Lipödem

Unter einem Lipödem leiden meist Frauen. Männer sind selten betroffen. Hierbei handelt es sich um eine Fettgewebeverteilungsstörung: Die Beine und Arme sind im Vergleich zum Rumpf unverhältnismäßig stark ausgebildet. Unsere Patientinnen klagen über Spannungsgefühl mit Berührungs- und Druckschmerzhaftigkeit in den betroffenen Extremitäten. Sie neigen dazu, ungewöhnlich häufig blaue Flecken zu entwickeln. Vor allem beim Stehen lagert sich viel Flüssigkeit in die Beine ein.

Der Leidensweg von Lipödem-Betroffenen ist lang und zermürbend. Einerseits sehen sie sich den geringschätzenden Blicken anderer ausgesetzt und andererseits müssen sie mit gezielter Bewegung, Hautpflege, Lymphdrainage und dem Tragen von Kompressionskleidung viel Zeit und Unannehmlichkeiten in ihre Therapie investieren. Mit der Behandlung in unserer Klinik streben wir an, dieses Leiden deutlich zu lindern. Wir nutzen hierbei die sanfteste und effizienteste Form der Fettabsaugung, die die überlasteten Lymphbahnen sowohl schont als auch entlastet, die wasserstrahlassistierte Liposuktion (WAL).

Vor der Operation

Vor der Operation führen wir mit Ihnen ein ausführliches Beratungsgespräch in unserer Praxis in Bad Waldliesborn. Hier nehmen wir uns Zeit für Sie. Nach der körperlichen Untersuchung mit anonymisierter Fotodokumentation erstellen wir einen Therapieplan. Wir erläutern Ihnen die Behandlungsmöglichkeiten, unsere Operationstechniken und die damit verbundenen Risiken.

Die Operation führen wir im Evangelischen Krankenhaus Lippstadt durch. Auch die Vorbereitung auf die Operation – wie die Vorstellung beim Narkosearzt, Blutuntersuchungen, EKG – findet im Krankenhaus statt. Am Operationstag nehmen wir Sie stationär auf. Ihr Aufenthalt beginnt mit einer erneuten Untersuchung vor der Operation mit Einzeichnung der Areale, die besonders zu berücksichtigen sind.

Operation

Die Operationsdauer beträgt zwischen drei bis vier Stunden. Der Eingriff erfolgt in der Regel in Vollnarkose. Er kann auch im Dämmerschlaf oder mit örtlicher Betäubung (sog. Tumeszenzanästhesie) durchgeführt werden.

Die Fettabsaugung verfolgt zwei Ziele:
1.: Volumenverminderung, die Last von den Lymphbahnen nimmt
2.: Verminderung des lästigen Spannungsgefühls

Nach der Operation legen wir straffe Bandagen an. Diese saugen auch Spülflüssigkeit auf, die nach der Operation aus den Kanüleneinstichstellen tritt. Flächige Blutergüsse werden Sie wenige Wochen lang begleiten.

Für ein optimales Ergebnis sind meist mehrere Sitzungen erforderlich. Wir streben seitengleiche Ergebnisse an und saugen bis zu sechs Liter reines Fettgewebe ab. Die Einstichstellen der Kanülen verheilen fast unsichtbar.

Manchmal reicht die Elastizität der Haut nicht aus, sich regelrecht an die schlanker gewordene Extremität zu schmiegen. Dann raten wir zu Straffungsoperationen an den Oberschenkeln oder Oberarmen. Da hierbei Haut entfernt wird, bleiben zarte Narben zurück.

Mögliche Komplikationen

Das Lipödem ist ein medizinisches Krankheitsbild, das die Lebensqualität sehr einschränkt. Die Liposuktion dient hier - anders als bei der Liposuktion aus ästhetischem Anlass - der Verbesserung des Lymphtransports und der Linderung der Beschwerden. Bitte erwarten Sie deshalb keine schlanken Extremitäten. Auch können Dellen und Furchen im Unterhautgewebe verbleiben. Während des Krankenhausaufenthalts werden wir Sie begleiten, Ihren Körper zu mobilisieren. Dies ist der wirkungsvollste Schutz vor einer Thrombose. Sehr selten treten Nachblutungen und Entzündungen auf.

Allgemeine Informationen

Am Entlasstag führen wir nach dem Verbandswechsel erneut eine enge komprimierende Wickelung durch.

Die ambulante Weiterbehandlung erfolgt in Bad Waldliesborn und in Lippstadt. Nach Abschwellen des Gewebes nehmen wir Maß für Kompressionskleidung, die mehrere Wochen lang getragen werden sollte. Die Arbeitsunfähigkeit beträgt für Angehörige kaufmännischer Berufe etwa ein bis zwei Wochen und für Angehörige handwerklicher Berufe etwa zwei bis drei Wochen.